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Dieser Tag sollte wieder ein längerer werden, nachdem wir zwei kürzere Etappen hinter uns hatten. Ich hatte eigentlich den Abend zuvor lange den komplizierten Weg aus Wittenberge raus und dann weiter bis nach Niedersachsen geplant. Doch als wir beim Frühstück dem Haus-Herrn von unserer geplanten Route erzählten, konnten wir den ganzen Weg vergessen, denn die Fähre, die wir eingeplant hatten, gab es nicht mehr. Sie war zwar in unserer Karte eingezeichnet, doch auf Karten darf man sich leider nicht immer verlassen. Zum Glück aber erfuhren wir es, bevor wir vor der Fähre gestanden hätten. Dann hätten wir nämlich einen ganz schön weiten Weg zurück fahren können.

Nachdem wir unsere nassen Sachen, die wir überall im Zimmer verteilt hatten, eingepackt hatten, ging es los. Wir fuhren wie der Mann es uns erklärt hatte aus Wittenberge raus. Doch wir mussten ein Stück auf einer viel befahrenen Umgehungsstraße fahren, an der kein Fahrradweg war. Auf der Karte sah das Stück ziemlich kurz aus, doch es kam und kam nicht die Kreuzung, die wir suchten. Ich wurde misstrauisch, ob wir uns nicht schon wieder verfahren haben. Doch nach ein paar Kilometer mehr, als auf der Karte eingezeichnet, kam die Kreuzung. Jetzt ging es ruhiger weiter.

Bald kamen wir an die Grenze nach Niedersachsen, wo noch heute ein hässlicher Turm an die alten Zeiten erinnert. Auf der anderen Seite war ein kleiner Berg mit einem Sendeturm, der uns schlimmes erahnen ließ. Nachdem wir mit der Fähre übergesetzt hatten, probierten wir den Berg zu umfahren, doch der Weg machte auch plötzlich eine Linkskurve und schon konnte man den ersten Gang schalten. Der etwas breitere Trampelweg hoch war echt lang (der Berg war also hoch). Und nach etwas mehr als der Hälfte rutschte ich auf dem Laub mit meinen Rädern durch und konnte schieben. Mein Bruder blieb aber auch 15m weiter oben liegen. Die letzten Meter wurden dann so steil, dass man kaum noch das schwere Fahrrad schieben konnte.

Oben endlich angekommen, fanden wir einen 20 Meter hohen Aussichtsturm (Holzgestell), der über die hohen Bäume ragte, vor. Ich bin auf wackligen Beinen sofort hoch gelaufen, doch mein Bruder konnte man nicht überreden die geile Aussicht zu genießen, da er Höhenangst hat und die Lücken zwischen den Stufen durch die man bis ganz runter gucken konnte schon brutal waren. So telefonierte er unten und ich schaute über die Elbe und das Land drumherum an (360°Ausblick). Ich sah sogar ein Atomkraftwerk, zwischen viel Wald rausgucken.

Da es nebenan auch ein Ausflugslokal gab, konnten wir einen neue nicht befahrene Straße bergab nehmen. Aber die Straßen ging nicht einfach bergab, sondern ging dicht hintereinander immer bergauf und wieder bergab. Wir machsten dann so: Beim Bergab soviel Tempo aufnehmen, dass man beim Bergauf nicht unter 25 km/h kam. Und das klappte.

Wir kamen dann bald in ein Deutschlandweit sehr bekanntes kleines Dorf: nach Gorleben. (dazu gehörte auch das Atomkraftwerk)

Jetzt in Niedersachsen gab es viele schöne neue Radwege neben meist wenig befahrenen Landstraßen. Sie verliefen meist durch große Wälder, die mehr oder weniger zur Nordheide gehörten. Die Elbe aber sahen wir lange Zeit nicht mehr. Nach vielen solchen Kilometern erreichten wir die schöne kleine Stadt Hitzacker, durch die wir leider einfach durchfahren mussten ,da die Zeit drängte. Wir kauften uns noch in einer Tankstelle ein paar Snickers, Mars und was zu trinken.

Aber jetzt wurde es richtig brutal, was sich auf der Karte schon ein wenig andeutete: Es waren ein paar Makierungen auf der Karte für starke Anstiege. Es gab zwei Alternativen. Wir nahmen dann die die kaum Steigungen haben sollte und dicht an der an der Elbe verlief. Doch nichts mit kaum Steigungen. Es ging praktisch nur 10% hoch 10% runter. Und nach der zweiten Abfahrt merkte ich das meine Augen irgendwie so viel tränten. Und da merkte ich es: Ich hatte meine Sonnenbrille bei der Tankstelle vergessen. Wir hielten an und überlegten was wir machen sollten, aber noch mal zurück. Nein, nicht noch Mal diese Anstiege. Lieber 40DM für eine Neue ausgeben. Ärgerlich wars trotzdem.

Uns überholten dauernd professionelle Rennfahrer in kleinen Gruppen. Ich kann das verstehen, denn das ist so die Königsetappe unter allen Strecken in Norddeutschland. Aber das schlimmste hatten wir noch gar nicht hinter uns: Als wir gerade wieder auf einer Abfahrt 50-60 km/h drauf hatten, guckten wir etwas vom Asphalt hoch und sahen nicht den Horizont sondern eine Asphaltwand. Wir mussten nach oben gucken um zu sehen wo sie endlich den höchsten Punkt erreichte. Wir machten uns fast in die Hose vor schiss. Wir dachten wenn wir mit 60km/h den Berg angehen ist er vielleicht schneller zu Ende als man denkt, aber falsch gedacht: Sobald die Abfahrt zu Ende war, ging es ohne Übregang sofort mit 10-12% Steigung bergauf. Man wurde so schnell langsamer (richtig gehalten), als wenn man einen Platten hätte. Und ich schaffte es noch nicht mal mehr in den ersten Gang zum kommen. Und so blieb ich stehen, denn sonst hätte ich mir meine Kette kaputt gerissen. Man kann aber auch nicht vom 21. in den 1. in fünf Sekunden schalten (wirklich nur fünf Sekunden von 50 km/h auf 0). Und dann überholten mich doch glatt noch so ein Rennradfahrer, mit seinem 20kg leichteren Rad und fragte mich grinsend, ob ich heute morgen nicht genug gefrühstückt hätte.:-/

Irgendwie durch ein Wunder hatte ich es dann doch noch geschafft in den ersten zu kommen ohne alles kaputt zu machen und überholte sogar noch meinen Bruder, der auch liegengeblieben war, aber nicht wegen seiner Gangschaltung, sondern wegen seiner fehlenden Kraft. In extrem steilen Hängen war ich aber schon immer besser als er;-).

Zum Glück war das die letzte Steigung gewesen und wir konnten uns erst mal erholen. Die letzten 40km ging es dann mehr oder weniger gerade aus (horizontal wie vertikal :-)).

In Lauenburg angekommen mussten wir erstmaöl die Jugendherberge finden, was gar nicht so leicht ist, da der Ort sozusagen in 2 Teil geteilt ist! Der kleine Teil an der Elbe, der den historischen Stadtkern, sofern man hiervon reden kann, simbolisierte und der andere Teil oben auf einem hohen Hügel, mit einem sehr steilen Hang! Dort war der größte Teil von Lauenburg anzutreffen. Aber wo war die Jugendherberge? Nachdem wir über brutales Kopfsteinflaster den unteren Teil abgefahren haben, erfahren wir das die Jugendherberge "oben" ist! Na toll, also den Hang hoch! Das war gar nicht so einfach und nach 120km musste man schon die letzten Kräfte mobiliesieren, um das noch zupacken. Aber irgendwann hatten wir sie gefunden. Eine schöne, moderne, neue Jugendherberg, die alles hatte. Es war die beste Jugendherberge, in der wir bis Dato schlafen durften und blieb es auch...

Nachdem wir mal wieder geduscht hatten, gingen wir in die Stadt, um zu essen. Natülich war unser Ziel die Altstadt mit ihren vielen Cafès! Nachdem wir etwas gesucht hatten, fanden wir eine gemüdliche Pizzeria direkt am Wasser.

Wir hatten schnell ein Urteil über diesen Ort gefällt: Kleiner Tagesausflugsort vor Hamburg, der viel zu wenig für die Toursiten tut! Denn obwohl es gemüdlich war in der Altstadt, gab es dort kaum Geschäfte und alles sah ein wenig heruntergekommen aus. Nur der Hang war bestens hergerichtet, mit geflasterten Wegen durch Wiesen und kleinen Waldstücken (Parkanlage)!



Zusammenfassung

Gefahrene Kilometer: 120

Durchschnittsgeschwindigkeit: 19,9

Nettofahrzeit: 6,01



Landschaft: Meist leicht hügelig (Langweilig) und sehr waldig, nur nach Hitzacker ist es extrem hügelig mit bis zu 1km langen 10%-Anstiegen.

Fahrradwegbeschaffenheit: In Sachsen-Anhalt mangelhaft, in Niedersachsen meist neue Radwege vorhanden.

Ausschilderung: Ausreichend

Bemerkung: Die Hügel (Berge) anch Hitzacker sind wirklich extrem!!


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