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Wir fuhren bei gutem Wetter um 9 Uhr los. Der Elberadweg sollte laut Karte große Umwege machen, auf die wir keine Lust hatten. So beschlossen wir den ersten Teil auf der Landstraße zu fahren. Wir holten bald eine 15 köpfige Fahrradfahrer Gruppe ein, die wir mit hohem Tempo überholten, doch als wir an der nächsten Kreuzung anhielten, um auf die Karte zu gucken (wir hatten keinen Kartenhalter), überholte uns die Gruppe wieder und rief grinsend dabei: „ Hier entlang“. So ging das noch zweimal bis wir uns endlich richtig absetzen konnten und wieder auf den ausgeschilderten Elberadweg zurück fanden. Unsere Abkürzung erwies sich als eine sehr lohnende Angelegenheit. Wir hatten ca. 10 km abgekürzt.

Uns stand glaub ich viel zu oft der sportliche Gedanke im Vordergrund, anstatt mal öfters die Landschaft und vorallem die Freiheit, die man im öden Alltag nicht hat, zu genießen.

Nach unserem Ausflug ins „Landesinnere“ ging es jetzt auf dem Elberadweg, dicht an der Elbe, weiter. Das Land war bis auf ein paar kleine steile Anstieg (wenn man nicht schnell genug in den ersten Gang schaltete, durfte man schieben!) sehr flach und schön. Es gab häufig Schautafeln auf denen stand wo man sich gerade befand und drumherum Bänke und Tische, oft mit Dächern, die zur Rast einluden.

Der Megaumweg zu unseren Lieferanten

Richtig süßer kleiner Hafen:-)!Bei Domesh wollten wir nach Trössin, ein kleinerer Ort sechs Kilometer von der Elbe entfernt, abzweigen, um einen Lieferanten von unserem Geschäft (Imkereitechnik) zu besuchen. Zuvor aßen wir aber erst mal in einer Gaststätte an einer Bundesstraße Mittag, wo wir unser billigstes und eines der besten Mittagessen unserer ganzen Tour bekamen (7,90 kostete das Schnitzel und 1,80 die Cola). Dort beschloss ich (ich war Routenplaner und Kartenleser) wie wir nach Trössin kommen wollten. Als wir dann an der entsprechenen Stelle zu glauben schienen, fuhren wir auf den Feldweg wie er in der Karte eingezeichnet war. Doch als wir auf dem Feldweg fuhren bekam ich schon ein mulmiges Gefühl, denn wir fuhren und fuhren und hätten schon längst auf eine Landstraße müssen. Zum Glück stoßten wir dann doch recht bald auf die Landstraße auf der wir wieder viel weiter, als auf der Karte eingezeichnet war, fahren mussten, bis wir dann zu einem Ort kamen, der eigentlich Trössin heißen sollte, aber ganz anders hieß. Wir fragten eine Person wo Trössin ist und die wusste nicht einmal genau wo das liegt. Sie sagte das wir dort in den Waldweg fahren sollten und nach sechs Kilometer in ein Dorf kommen würden, wo wir noch einmal fragen sollten (Fragt mich nicht warum wir nicht auf die Karte geguckt haben). Nach sechs Kilometer auf Schotter kamen wir tatsächlich in das nach meiner Meinung abgelegenste Kaff der Welt. Dort trafen wir doch recht bald eine alte Frau an, die wir fragten wo es denn nach Trössin ginge. Und sie sagte das wir in diesen Waldweg dort fahren müssten, um nach drei Kilometer in Trössin zu sein. In diesen drei Kilometer mussten wir noch einmal kurze starke Anstiege überwinden. Aber dann waren wir tatsächlich in Trössin, mussten aber noch durch das ganze ewig lange Dorf (ca. 3000 Einwohner), denn die Firma lag auf der anderen seite des Dorfes. Doch nach kurzem Suchen waren wir endlich da. Wir wurden freundlich empfangen und bekamen eine Erfrischung. Dann sahen wir uns den Laden und die Lager an. Bloß was ich nicht hätte machen sollen war auf die Karte zu schauen und nach dem Fehler zu suchen der zu diesem Umweg geführt hatte. Nachdem ich fast einen Herzinfakt bekommen hatte sagte ich den treffensten Satz der ganzen Tour: „Da wäre ja alles kürzer gewesen!“ Wir waren einen Feldweg zu früh vom Elberadweg gefahren und das hatte riesige Auswirkungen gehabt. Denn es waren nur 5 statt 18 Kilometern von Trössin bis zur Elbe. Das tat weh!

Nach diesem riesigen Umweg, der uns noch schwer im Magen lag, steuerten wir dann mit leichtem Gegenwind durch eine nicht mehr ganz so schöne Landschaft, auf Richtung Wittenberg zu. So um 16 Uhr ging uns die Puste aus und wir hatten noch über 30 Kilometer zu fahren. Jetzt zählte ich jeden Kilometer und ohne Motivation fuhr ich immer am Hinterrad meines Bruders klebend bis Wittenberg. In Wittenberg mussten wir, weil mein Bruder sich lieber auf das Schild „Zentrum“ als auf mich verlassen wollte, nach Trössin war das verständlich, einen großen Umweg über zwei ewig hohe Eisenbahnbrücken machen. Denn wären wir an der Elbe geblieben, wären wir fast schon da gewesen.



Die Jugendherberge lag im dritten Stock eines Schlosses mitten in Wittenberg. So schön das klingt, aber es gab auch was dran auszusetzen: Z. B. das man sein Fahrrad eine enge alte außen liegende Wendeltreppe, die auch zur Jugendherberge führt, bis zum zweiten Stock hoch tragen musste, damit es nicht geklaut wird (ich wäre fast zusammen gebrochen so kaputt wie ich war). Oder das wir in einem Zimmer mit sage und schreibe 14 Betten untergebracht waren. Aber da wir so froh waren uns endlich hinzulegen zu können, machte uns das wenig aus.

An jeder Ecke ist ein schönes Cafe!Nach dem Duschen und kurzem Ausruhen, gingen wir eilig in die kleine Fußgängerzone der Stadt, die gleich vor der Tür der Jugendherberge lag. Die Zone für Fußgänger war zwar sehr kurz aber mit vielen Eiscafés, wie man auf dem Foto sieht, sehr einladend. Auch das Rathaus von Wittenberg ist sehr sehenswürdig. Aber die größte Überraschung des ganzen anstrengenden Tag (vielleicht sogar von der ganzen Tour) hatten wir, als wir uns in einer von den vielen Eiscafés hinsetzten, um wie jeden Tag zum Abendbrot eine Pizza zu essen. Ich schaute mir die gegenübersitzenden vier Personen überlegend an und die guckten mich auch ganz seltsam an. „Kenne ich die nicht irgendwo her?“, dachte ich. Und tatsächlich waren es die vier, die uns in der S-Bahn, von Dresden nach Schöna, so nett platz für unsere Fahrräder gemacht hatten und mit denen wir uns darauf sehr nett unterhalten hatten(woher, wohin, wieso, wars gut). Das war ein Zufall! Sofort unterhielten wir uns angeregt über die Geschehnisse der letzten Tage und warum der Zufall es so wollte das wir uns ausgerechnet an den Tisch um diese Uhrzeit in das Cafe setzten, wo auch sie, unsere vier fahrradverrückten Freunden, die schon seit Prag die Elbe verfolgten, saßen. Nach einem längeren sehr interessanten Gespräch, wobei wir unsere Pizza aßen, gingen wir noch ein bisschen durch die Fußgängerzone und machten ein paar Fotos. Trotz der sechs schnarchenden Zimmerkameraden, schlief ich nach diesem anstrengend Tag sehr schnell ein.



Zusammenfassung

Gefahrene Kilometer:135

Durchschnittsgeschwindigkeit: 21,0

Nettofahrzeit: 6:29



Landschaft: Anfangs leicht hügelig mit schönen Wäldchen, später flacher

Fahrradwegbeschaffenheit: Führt meistens auf Wirtschaftswegen mit Schotter oder Asphalt

Ausschilderung: Die Schilder sind einheitlich und stehen meistens an den richtigen Stellen

Bemerkung: Seltsamer Weise hatte diese Etappe, obwohl wir zum Schluss total erschöpft waren, mit Abstand die höchste Durchschnittsgeschwindigkeit / Die Altstadt von Wittenberg ist sehenswert


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